Heute ist der 26. April 2017 und die letzte Etappe ist schon über einen Monat her. Der Frühling hat im Wald Einzug gehalten und ich freue mich, dass ich heute wieder die Zeit gefunden habe, eine Tour zu laufen.

Es ist 7:30 Uhr als ich am Wanderparkplatz ankomme. Sie Sonne scheint und die Luft ist kalt und klar. Ich mache mich fertig, Kamera umgeschnallt, Rucksack aufgesetzt und los geht es. Es ist noch sehr frostig, die Pflanzen am Boden tragen ein glitzerndes Kleid aus Eis. Es sieht bezaubernd aus, wie die Sonne die Blätter der Brennnessel funkeln lässt.

Überall im Wald zeigt sich das zarte Grün. Aus dem Boden ragen junge Sprösslinge empor, ein gutes Stück haben sie schon geschafft. Leider weiß ich mal wieder nicht, was es für Pflanzen sind.

Das frische Ahornlaub sieht zerbrechlich aus. Die Blätter sind noch so dünn, dass die Sonnenstrahlen ungehindert hindurchscheinen können.

Es ist still und friedlich im Wald. Ich bleibe immer wieder stehen, geniesse die wärmenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und atme tief die kühle, klare Luft ein. Dankbarkeit durchströmt mich, ich darf hier sein und mich daran erfreuen.

Die Buschwindröschen mit ihren zarten, weißen Blüten säumen den Waldweg und ich gehe mit der Kamera in die Hocke, um sie ganz nah zu sehen und zu fotografieren.

Die Buchen brauchen sicher ein paar Tage, bis sie ihr Laubkleid tragen. Aber ein paar Blätter haben sich schon ins Freie gekämpft. Der Wald inspiriert mich hier an dieser Stelle einmal wieder, ein bisschen mit der Doppelbelichtung zu spielen.

Auf meinen Wanderungen halte ich immer wieder Ausschau nach Tieren. Rehe, Fasane, Mäuse, Eidechsen, Salamander und alles was so kreucht und fleucht. Aber leider hatte ich bisher viel zu selten das Vergnügen. Und wenn ich Tiere sah, hatte ich keine Chance, den Moment mit meiner Kamera festzuhalten.

Auf dieser Etappe haben es 2 Tiere auf die Speicherkarte geschafft. Und hier schon mal das erste. Es ist ein Insekt 😉

Es raschelt überall im Unterholz und im Laub vom letzten Jahr, was noch auf dem Boden liegt. Ich stehe still und lasse meinen Blick wandern. Und dann sehe ich sie, die Verursacher der Geräusche. Es sind Waldmäuse. Ich finde sie so niedlich, aber leider habe ich keine Chance, den Moment fotografisch festzuhalten. Sie sind zu weit weg und bleiben einfach nicht sitzen.

Planung und Realität

Mein Weg führt mich auf meiner Route einmal heraus aus dem Wald. Meine geplante Strecke habe ich an der einen und anderen Stelle immer mal wieder verlassen. Meistens liegt es daran, dass dort, wo laut App der Weg lang gehen sollte, kein Weg war. Aber egal. An diesem Abschnitt außerhalb des Waldes komme ich kam Landeskrankenhaus Lengerich vorbei. Von weitem sehe ich schon einen riesigen Kirschbaum in voller Blüte. Und was soll ich sagen, ich kann da nicht einfach so dran vorbeigehen, sondern machen sogar noch einen kleinen Umweg, um wenigstens ein paar Fotos machen zu können.

Und nun kommt das 2. Tier ins Spiel, was ich fotografisch festhalten konnte. Es hat zwar leider die Flucht ergriffen, aber ich denke, man kann schon erkennen, was es ist.

Ich bin ein bisschen im Kreis gelaufen. Wie schon bereits oben erwähnt, Planung der Tour und real existierende Wege passen nicht immer zusammen.

Daher komme ich an Wiesen und Höfen vorbei und muss an einer Straße entlang laufen, um wieder im Wald verschwinden zu können. Mittlerweile ist es auch schon gut warm geworden und die Sonne hat richtig Kraft.

Ab diesem Teil der Wanderung bin ich vollends vom geplanten Weg abgekommen. Doch was solls, ist ja auch der Teutoburger Wald. Ich laufe einfach weiter, irgendwie und irgendwann werde ich schon wieder an meinem Wagen ankommen. Und den Teil, den ich heute nicht gelaufen bin, hole ich in der nächsten Etappe nach.

Was sind das für wunderschöne Blumen? Sie sehen auch wie kleine Orchideen. Sie befinden sich direkt am Straßenrand. Ich wechsle das Objektiv und nehme mein Makro, um die kleinen Blüten genauer sehen und zeigen zu können.

Die Etappe nähert sich dem Ende. Ich habe noch ca. 1 km zu laufen. Und das ist auch gut so, denn von weitem sehe ich schon ziemlich dunkle Wolken aufziehen.

Was nehme ich mit von dieser Etappe? Der Frühling ist meine liebste Jahreszeit. Es ist immer wieder aufs neue das Wunder der Natur, das mich fasziniert und beeindruckt. Nach der winterlichen Ruhe erwachen Pflanze und Tiere und sprühen geradezu vor Leben und Energie. Und diese Energie ist es, die auch meine Akkus laden. Erfrischt und voller Kraft trete ich den Heimweg an.

Den Streckenverlauf der 6. Tour zum „Nachlaufen“ findet ihr hier.

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